Alter, Aussehen, Herkunft – alle diese Faktoren spielen im virtuellen Zweitleben keine Rolle. In Second Life etwa kann doch jeder/jede sein, wer und was er/sie will. Männer spielen Frauen, Frauen spielen Junge oder Alte – alles scheint möglich. Gerade das macht die Faszination der virtuellen Zweitexistenzen aus. So die digitale Theorie. Aber weit gefehlt. “Wie alt bist Du?”, “Woher kommst Du?”, “Was machst Du?” Das sind mit die am häufigsten gestellten Fragen in Second Life. Gerade wenn man sich noch nicht gut und lange kennt. Auch im digitalen Zweitleben scheinen uns soziale Zuordnungen nicht unwichtig – ob sie auf nachprüfbaren Wahrheiten beruhen oder nicht.
Tatsächlich gibt es nur wenige Angaben dazu, wie es sich zum Beispiel mit der Alters- und Geschlechterstruktur der Second-Life-Nutzer verhält. Sind dort überwiegend junge User online? Oder überwiegt das mittlere Alterssegment? Sind die Älteren auf dem Vormarsch? Für das Jahr 2007 machte die Betreiberfirma Linden Lab selbst folgende Angaben: Von den damals rund 11 Millionen Second-Life-Bewohnern aus über 100 Ländern seien 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen. Die Altersstruktur reiche von 18 bis 85 Jahre.
Solche Aussagen sind aber aufgrund der wenig zuverlässigen Identifizierungsmechanismen mit Vorsicht zu geniessen. Es erscheint zum Beispiel seltsam, dass Linden Lab das Einstiegsalter bei 18 Jahren festsetzt. Volljährigkeit ist keine Voraussetzung für die Nutzung von Second Life. Es gibt zwar eine Altersverifikation. Diese ist allerdings nur notwendig, wenn der Nutzer bestimmte Sims besuchen will (häufig Orte mit expliziten Sex- und/oder Gewalthandlungen, aber auch Sims, deren Besitzer sich nicht mit Teenager-Gehabe herumärgern wollen). Eine Altersverifikation ist auch fällig, wenn man beispielsweise Zahlungen per Kreditkarte tätigen möchte. Ansonsten bleiben aber für das Unternehmen Linden Lab alle Angaben zu Alter, Geschlecht etc. schwer überprüfbar.
Ich selbst würde allerdings vermuten, dass eine zunehmende Verschiebung hin zu Personen im mittleren Alter stattfindet. Solche Entwicklungen sind typisch für die allmähliche Akzeptanz einer neuen Technologie. Ähnlich wie dies beim Internet selbst oder bei technischen Entwicklungen wie Mobiltelefonen, Emails oder SMS geschehen ist.
Wie schätzt ihr die Altersstruktur in Second Life ein? Sind die Nutzer eurer Erfahrung nach eher jung oder älter? Und wie alt seid ihr selbst? Oder spielt das Alter tatsächlich überhaupt keine Rolle? In der Kommentarfunktion könnt ihr eure Ansicht dazu kund tun. Vielleicht können wir ja auch dazu beitragen, herauszufinden, welche Altersgruppen vornehmlich in Second Life unterwegs sind. Macht deshalb mit bei der unten stehenden Umfrage.
Netter Blog, sehr informativ und schoen gemacht.
Vielen Dank für das nette Kompliment:)
Momentan stehen die Votes hier auf 18 = 6%, 18-30 = 24%, 31-45 = 41%, 46-60 = 24%, über 60 = 6% … – und das dürfte in etwa auch der Stand der Dinge sein. Jünger wird es erst wieder wenn z.B. Tablets und deren (Funk)Netzstrukturen es erlauben nach SL reinzukommen und das wissen auch alle Beteiligten und arbeiten daran. Kostet eben alles auch Zeit. Die Jugend hängt nicht mehr so gerne vor den riesigen Home-Desktop Kästen herum und möchte auch alles ständig Zugriff haben und dieser Trend hat ja auch bereits die bis 45jährigen erreicht.
Ich treffe bei meinen Interessengebieten Mode und Architektur bzw. Landschaftsgestaltung im weiteren Sinne im Second Life aber mittlerweile oft Leute um die deuttlich 40 – 70 – und das ist insofern gut, da diese Leute auch viel für Ihre Simulatoren oder für Produkte in SL bezahlen bzw. wichtige Strukturen aufrecht zu erhalten helfen.
Es ist schon fantastisch was man in SL alles machen oder sehen oder erleben kann – wozu man im realen Leben oft keine Zeit, kein Geld oder sonstwas haben würde – und DAS wird mittlerweile verstärkt auch wahrgenommen. Die Nutzung derjenigen die ständig drinnen sind ist eine recht intensive – wie sonst kann eine Person eine ganze Sim in relativ kurzer Zeit bauen/gestalten – das ist bei Einigen schon ein zeitintensives, oft profi-mäßig betriebenes ‘Hobby’ (früher hätten die vielleicht große Model-Eisenbahnen im Keller gebaut).