Soziale Kontakte pflegen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene heute in erster Linie über soziale Netzwerke wie Facebook. Der Verzicht auf virtuelle Netzwerke ist für sie oft undenkbar. Die 19-jährige Madeleine hat den Versuch allerdings gewagt und sich nach einem Jahr von Facebook abgemeldet und ihr Profil gelöscht.
Madeleine betont, dass sie nichts gegen Facebook hat und findet, dass es unser Leben durchaus erleichtern kann: “Wer keine Lust auf einen Abend mit seinen Freunden hat, zum zusammen Urlaubsfotos anzuschauen, postet einfach die schönsten Bilder auf Facebook”, so die Abiturientin. Der Chat bietet zudem die Möglichkeit, Gespräche in Echtzeit zu übertragen. Es fehlen zwar die emotionalen Zwischentöne, aber wozu gibt es die Kunst der Icons und die Vielfalt der Smileys? Madeleine findet insbesondere die Angabe über Gruppen und Statments auf dem eigenen Profil gut: “Nirgendwo kann man seine Vorlieben und Charaktereigenschaften und sein Wissen so gut und vor allem öffentlich jedem zugänglich präsentieren.”
Warum hat sich Madeleine dann aber von Facebook verabschiedet? “Ich habe einfach viel zu viel Zeit vor dem Computer verbracht”, bringt es die Schülerin auf den Punkt. “Facebook hat alle meine Zeit gefressen und ich habe es oft nicht einmal gemerkt. Es ist ja alles so interessant und wichtig.” Bisher habe sie ihre Entscheidung nicht bereut.
Allerdings findet Facebook durchaus nicht mehr nur im virtuellen Raum statt. Von Parties und Veranstaltungen, die wie selbstverständlich nur noch über Facebook angekündigt werden, erfährt Madeleine jetzt nur noch über Freunde. Sozial geächtet fühlt sie sich deshalb aber nicht. Ihr soziales Umfeld habe sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie nicht einfach über eine kurze Nachricht auf Facebook zu erreichen ist. Sie rufen sie dann halt an. “Ich bin auch froh, nicht mehr dabei zu sein, und so den ewig gleichen, aufmerksamkeitsheischenden Sätzen zu entgehen”, stellt Madeleine klar. Facebook und Madeleine – beide scheinen gut aufeinander verzichten zu können. Zumindest für’s erste.
Könntet ihr auf die virtuelle Welt und soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter usw. verzichten? Gebt eure Kommentare ab, warum dass eurer Ansicht nach durchaus denkbar oder völlig unmöglich ist.
Ich verzichte seit Beginn, sprich grundsätzlich auf Facebook und Twitter. Was soll ich damit? Der Welt mitteilen, dass ich gerade mit meinem Hund ausgehe, dass ich gerade scheißen bin? Wenn ich mich mit jemanden bestimmtes unterhalten will, telefoniere ich oder treffe mich mit der Person. Das face to face Gespräch ist mir immer noch am liebsten. E-Mail und Telefon/Handy soll ja einem die Möglichkeit geben im Falle einer räumlichen Trennung trotzdem kommunizieren zu können. Für mich sind Foren oder so was wie (WordPress) Blogs nützlich, um anderweitig sozialen Bedürfnissen nachzugehen bzw. nachgehen zu können. Alles andere ist Zeitverschwendung.
Vielen Dank für Deinen differenzierten Kommentar. Grundsätzlich gebe ich Dir sehr recht. Ich selbst besitze auch keinen Facebook Account, weil ich es lange als sinnlos ansah, der Welt Banalitäten mitzuteilen, die ohnehin keinen interessieren. Etwas verändert hat sich meine Einstellung, seit ich diesen Blog hier betreibe. Auf Facebook bin ich zwar immer noch nicht, habe mir nun aber einen Twitter Account zugelegt, um einfach kurz darauf verweisen zu können, dass hier auf dem Blog ein neuer Beitrag online ist. Kompliment übrigens zu Deinem eigenen Blog – sehr informativ und gut gestaltet:)
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