“Deutsches Rollenspiel RP Gewalt Verbrechen Sex Korruption Polizei Gefängnis Gangs Psychos Vergewaltigung Drogen bdsm Biker Bar Mafit Waffen Club Diner Berufe Schlampe Zuhälter german roleplay urbn crime slums forced fantasy bdsm guns hooker” – mal ehrlich: Soll das Werbung oder Abschreckung vor der Rollenspiel-Sim “Urban City” sein, die sich mit diesen Wortschnipseln in der SL-Suchmaschine beschreibt? Selbst notgeile, pubertierende Jünglinge müssten davor ja eigentlich Reissaus nehmen. Ich sehe aber über all das hinweg, und mache mich auf den Weg nach “Urban City”, einer deutschsprachigen Rollenspiel-Sim in Second Life, die allerdings irgendwo in den USA der Jetzt-Zeit angesiedelt ist.
Gleich an der U-Bahn-Station, die Ausgangspunkt für Besucher ist, wird man mit dem ganzen Elend deutschsprachiger Rollenspiel-Sims konfrontiert: Warum schaffen es die Macher nicht, ästhetisch anspruchsvolle Sims auf die Beine zu stellen? Das hat überhaupt nichts mit dem Hintergrund-Plot der Sim zu tun. “Urban City” soll eine heruntergekommene Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo sein. Ohne Sehenswürdigkeiten, ein Nicht-Ort, an dem nur zwielichtige Gestalten und Verlierer stranden und von dem man eigentlich so schnell wie möglich wieder weg will. Eine durchaus interessante Szenerie, die gutes Rollenspiel ermöglichen kann. Aber selbst der Einöde und Hässlichkeit wohnen eine gewisse Ästhetik inne. Aber die sucht man auf der Sim vergebens. Man kann zwar durchaus das Klischee hässlicher, verwahrloster, gesetzloser US-amerikanischer Provinzstäde handlungsleitend für ein Rollenspiel machen. Aber selbst das sollte mit einem Mindestmass an Liebe zum Detail und für atmosphärisches Gespür geschehen. Nicht ohne Grund sind Sims amerikanischer Macher und Owner wie “Chicago” und “Shady Falls” eine Augenweide. Augendweide nicht, weil es dort nur Schönes zu sehen gäbe, sondern weil es dort Dinge gibt, auf denen das Auge des Betrachters fasziniert verweilen kann.
Allerdings ist die Sim “Urban City” gut besucht. Es ist einiges los und beim Umherschweifen wird man immer wieder Zeuge von aktivem Rollenspiel und kann sich schnell in Unterhaltungen einbringen. Der Wille, Neulinge in die bestehenden Spielstrukturen zu integrieren, ist den Betreibern und Nutzern hoch anzurechnen.Langes Para Emoten kann man aber nicht erwarten. Meist wenden die Spieler 1:1-Übersetzungen der üblichen Alltagskommunikation an, was sich natürlich auch aus dem gegenwartsbezogenen Setting erklärt. Das Emoten beschränkt sich auf so Sätze wie “Nala schiebt das Brot in den heissen Ofen.” Solche Sätze sind aber immer noch besser als im Grenzbereich zwischen RL und SL angesiedelte Dialoge wie “Ick bin hackedicht hey”, “Ey, Alter, du nemme fahrn sollst heut’”. Warum sollen sich am Rollenspiel Interessierte so etwas antun?
Ansonsten tummeln sich in “Urban City” die üblichen verdächtigen Gestalten – Biker, Prostituierte, Banditen, korrupte Polizisten. Aber auch kleine Perlen lassen sich beim Umherschweifen entdecken. Zum Beispiel ein im Hinterzimmer einer Kirche untergebrachtes Domina-Studio, in dem Lady H. als “die Vertraute” ihre Dienste anbietet.



























