Weiß Facebook mehr über mich als meine Familie?

Der Vorwurf, virtuelle soziale Netzwerke wie Facebook würden Nutzerdaten nicht nur an andere Unternehmen, sondern auch an Regierungen verkaufen, steht schon lange im Raum. Ein Kollektiv von Nutzern mit dem Namen Anonymous hat es zu seiner Mission gemacht, andere davor zu schützen. „Wir haben das Recht, nicht überwacht und nicht für Profit verwendet zu werden“ und „Wir werden Sie schützen“, lauten die Botschaften des Hackerkollektivs.

Immer wieder versucht Anonymous, Webseiten lahmzulegen, indem sie diese so lange mit so vielen Anfragen bestürmen, bis diese abstürzen. Ziel dieser Attacken waren schon Scientology, der reaktionäre Nachrichtensender Fox News oder auch die Webseiten von Visa und Mastercard, nachdem diese ihre Dienste für die Plattform Wikileaks eingestellt hatten. Und nun ist Facebook in den Fokus der Bewegung gerückt. „Facebook weiß mehr über dich, als deine Familie“, begründet die Gruppe ihr Vorgehen.

Anonymous selbst sind institutionalisierte, hierarchische Strukturen zuwider: Die Gruppe hat keine Führung, es gibt nicht mal offizielle Mitglieder. Jeder, der sich der Sache verpflichtet fühlt, kann Aufrufe im Namen und im Sinne von Anonymous ins Internet stellen. Viele agieren allein, in kleinen Zirkeln auf Zeit oder in zahlreichen Splittergruppen frei im Raum. Was sie eint, ist die Abneigung gegen technokratische Systeme , die sich selbst genug sind.