Mit der Anonymität im Netz kann es schnell vorbei sein: Wer im Internet sucht, chattet, einkauft, hinterlässt eine Datenspur. Zum Problem werden diese Unmengen von Daten vor allem für Nutzer, die bei verschiedenen Diensten ein Konto haben. Professionelle Datensammler können aus den Datenspuren immer ein Profil erstellen. Wenn der Nutzer auf irgendeiner Seite eine Mail-Adresse hinterlässt, ist es nicht mehr allzu schwer, auch die reale Person dahinter zu identifizieren.
Die EU will die Rechte von Online-Surfern und deren persönliche Daten besser schützen. Seitenbetreiber sollen zukünftig unter anderem explizit die Zustimmung der Nutzer einholen müssen, wenn sie deren Daten verwenden wollen.
Es gibt aber für Internet-Nutzer bereits jetzt einige Tricks, mit denen sie der Datensammelei zumindest etwas Einhalt gebieten können. Viele Informationen sendet unter anderem der Browser. Webseiten können die Chronik auslesen und so erkennen, welche Seiten vom Nutzer bereits besucht worden sind. Wer das unterbinden möchte, muss regelmäßig die Liste der besuchten Seiten löschen und deshalb die Adressen immer mal wieder von Hand eintippen.
Die Deaktivierung von Cookies führt ebenfalls dazu, etwas weniger Datenspuren zu hinterlassen. Allerdings funktionieren viele Webseiten dann gar nicht mehr. Es gilt also immer wieder aufs Neue abzuwägen, was schwerer wiegt: Der Schutz der Privatsphäre oder die Bequemlichkeit beim Internet-Surfen. Das gilt auch für die Anmeldung bei sozialen Netzwerken und Webdiensten. Weil es vielen lästig ist, ständig Name und Passwort neu einzugeben, bleiben sie dauerhaft eingeloggt. Das ist praktisch, macht es den Datensammlern aber besonders leicht, weil Surfprofile mit persönlichen Informationen wie dem echten Namen und der echten Adresse verknüpft werden können. Gerade Profile mit persönlichen Daten sind bares Geld wert. Und als Nutzer hat man keine Kontrolle darüber, wer die Daten speichert und an wen er sie weitergibt.
Wer wissen will, was der Suchmaschinen-Betreiber Google über ihn weiß, kann auf die Seite www.google.com/dashboard gehen. Dort sehen die Eigentümer eines Google-Kontos im Überblick, in welchem Dienst welche Informationen über sie gespeichert sind. Google betont zwar immer wieder, dass man keine Nutzer-Daten nach außen verkaufe. Allerdings gibt selbst die Datenschutz-Chefin bei Google, Alma Whitten, zu: “Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren.” Man wird also über alle Google-Dienste hinweg als ein Nutzer behandelt. Ein Nutzer kann das nur umgehen, wenn er gar nicht erst bei Google angemeldet ist.
Gefällt mir:
Gefällt mir Lade...