Das soziale Netzwerk Pinterest – Kommunizieren nur über Fotos

Pinterest ist nicht nur ein ungewöhnliches, sondern durchaus auch exklusives soziales Netzwerk: Dort wird nur über Bilder kommuniziert und anmelden können sich nur diejenigen, die von anderen eine Einladung erhalten haben. Letzteres liegt insbesondere darin begründet, dass sich die Seite noch in der Testphase befindet. 

Pinterest hat einen Schnellstart geschafft: Innerhalb von zwei Jahren von null auf 10 Millionen Besucher pro Monat. Das ist nicht einmal Facebook oder Twitter gelungen. Der Adressatenkreis, den Pinterest verspricht, ist riesig: Nur über Bilder kommunizieren bedeutet, dass mögliche Sprachbarrieren entfallen.

Das Design erinnert an eine grosse Pinnwand mit Bildern. Was man früher auf einer Korkplatte über dem heimischen Schreibtisch gepinnt hat, sammelt und teilt man nun online mit Publikum. Auch die Bildinhalte unterscheiden sich bei Pinterest kaum von der Pinnwand: Bilder von neu gestrichenen und eingerichteten Wohnzimmern, das Bild der Nichte im Abschlussball-Kleid, die erste selbst gebackene Schwarzwälder Kirschtorte in Nahaufnahme.

Einen grossen Unterschied zwischen Pinterest und der Pinnwand gibt es allerdings doch: Während einem Fotos, die man früher an die Pinnwand heftete, gehörten, sind die Bildrechte bei Pinterest überhaupt nicht geklärt. Die Bilder gehen auf grenzenlose Wanderschaft im Internet. Sie tauchen einmal in Blogs auf, auf Homepages von Künstlern oder erscheinen plötzlich auf Seiten von Onlineshops. Kaum irgendwo sonst wird das Urheberrecht so konsequent und systematisch verletzt – weil ansonsten die ganze Idee ihres Sinn beraubt würde.

Kennt ihr das soziale Netzwerk Pinterest bereits? Nutzt ihr es schon? Und wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr damit gesammelt? Ich freue mich auf eure Postings.

Mein Opa ist bei Facebook

Da staunte die 16-jährige Laura nicht schlecht: Als sie eines Tages auf Facebook nur so zum Spass ihren Nachnamen ins Suchfeld eingab, landete sie Dutzende von Treffern. Einer davon war ihr Opa. Das hatte sie zuletzt erwartet. “Ja, warum denn nicht?”, entgegnet der 69-jährige  Friedrich. “Nur weil ich schon einige Jahre in Rente bin, heisst das doch nicht, dass ich mich auf Karl-May-Schmöker und Kreuzworträtsel beschränken muss. Ich war ganz einfach neugierig auf diese Dinge wie Twitter, Facebook und Youtube.”

Was man nicht kennt, muss man ausprobieren: Eines Tages ging Friedrich am heimischen PC online, registrierte sich bei Facebook und machte sich an die Arbeit. Er legte ein Profil von sich an, lud Fotos hoch und definierte über die Privateinstellungen, wer seine Daten einsehen darf. “Das war ein grosser Spass”, erinnert sich Friedrich. “Allein in den ersten Tagen habe ich 15 Kontakte zu Leuten hergestellt, die ich schon so lange nicht mehr gesehen habe – ehemalige Kollegen und frühere Schulfreunde.”

In der Tat: Immer mehr Internet-User über 65 sind Mitglieder von sozialen Netzwerken. Der Fachverband Bitkom hat herausgefunden, dass 40 Prozent der User zwischen 65 und 69 Jahren bei Online-Communities angemeldet sind. Neben Facebook ist besonders Stay-Friends beliebt. Dort kann man ehemalige Schulfreunde wieder finden.

Manche Dinge sind dem aufgeschlossenen Friedrich aber auch fremd: “Meine Enkelin hat laut Profil über 400 Freunde. Das erstaunt mich doch. In unserer Generation hat man doch einen etwas anderen Begriff von Freundschaft. Ein Freund, das war nahezu etwas Heiliges. Bei über 100 Freunden ist mir nicht klar, was sich dahinter wirklich verbirgt.”

Die Beschäftigung mit dem Internet ist für Friedrich eine immer neue Herausforderung, die seinen Geist fit hält. Davon ist er überzeugt. Inzwischen vergleicht er im Internet bei anstehenden Anschaffungen gezielt Preise und Käuferbewertungen. Er hat inzwischen auf Facebook auch eine Seite für Fans von Billy Holiday entdeckt. “Ich bin nun Teil dieser Fangruppe und kann mich mit Menschen aus aller Welt austauschen. Das ist eine tolle Bereicherung meines Alltags.”

Synergien zwischen neuen und alten Medien

Klassische Medien wie Presse und Fernsehen stehen in ständigem Austausch mit neuen Medien wie dem Inernet Beide können mittlerweile gar nicht mehr ohne einander: Durch Netzwerke wie Twitter und Facebook werden Themen anders aufgegriffen und vermittelt als dies in den klassischen Printmedien geschieht. Soziale Netzwerke schaffen eine andere Art von öffentlichem Druck, der sich mit anderen Medien so nicht erzeugen lässt. Die Web-Kampagne gegen den ugandischen Kindersoldatenführer Joseph Kony ist ein Beispiel dafür.

Digitale Netzwerke greifen Themen mittlerweile nicht mehr nur auf, sie setzen sie auf die Agenda und bestimmen zentral, was in Politik und Öffentlichkeit diskutiert wird. In den Medien- und Kommunikationswissenschaften wird dafür der Begriff der “Agenda-Setting-Funktion” benutzt. Die Medien bestimmen nicht, was die Menschen denken, aber worüber sie nachdenken. Es ist wahrscheinlich, dass sich Twitter, Facebook und Publizistik in ihren Themensetzungen und der Art der Themenaufbereitung in Zukunft in einer kontinuierlichen Spirale gegenseitig verstärken.

 

Leben ohne Facebook?

Soziale Kontakte pflegen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene heute in erster Linie über soziale Netzwerke wie Facebook. Der Verzicht auf virtuelle Netzwerke ist für sie oft undenkbar. Die 19-jährige Madeleine hat den Versuch allerdings gewagt und sich nach einem Jahr von Facebook abgemeldet und ihr Profil gelöscht.

Madeleine betont, dass sie nichts gegen Facebook hat und findet, dass es unser Leben durchaus erleichtern kann: “Wer keine Lust auf einen Abend mit seinen Freunden hat, zum zusammen Urlaubsfotos anzuschauen, postet einfach die schönsten Bilder auf Facebook”, so die Abiturientin. Der Chat bietet zudem die Möglichkeit, Gespräche in Echtzeit zu übertragen. Es fehlen zwar die emotionalen Zwischentöne, aber wozu gibt es die Kunst der Icons und die Vielfalt der Smileys? Madeleine findet insbesondere die Angabe über Gruppen und Statments auf dem eigenen Profil gut: “Nirgendwo kann man seine Vorlieben und Charaktereigenschaften und sein Wissen so gut und vor allem öffentlich jedem zugänglich präsentieren.”

Warum hat sich Madeleine dann aber von Facebook verabschiedet? “Ich habe einfach viel zu viel Zeit vor dem Computer verbracht”, bringt es die Schülerin auf den Punkt. “Facebook hat alle meine Zeit gefressen und ich habe es oft nicht einmal gemerkt. Es ist ja alles so interessant und wichtig.” Bisher habe sie ihre Entscheidung nicht bereut.

Allerdings findet Facebook durchaus nicht mehr nur im virtuellen Raum statt. Von Parties und Veranstaltungen, die wie selbstverständlich nur noch über Facebook angekündigt werden, erfährt Madeleine jetzt nur noch über Freunde. Sozial geächtet fühlt sie sich deshalb aber nicht. Ihr soziales Umfeld habe sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie nicht einfach über eine kurze Nachricht auf Facebook zu erreichen ist. Sie rufen sie dann halt an. “Ich bin auch froh, nicht mehr dabei zu sein, und so den ewig gleichen, aufmerksamkeitsheischenden Sätzen zu entgehen”, stellt Madeleine klar. Facebook und Madeleine – beide scheinen gut aufeinander verzichten zu können. Zumindest für’s erste.

Könntet ihr auf die virtuelle Welt und soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter usw. verzichten? Gebt eure Kommentare ab, warum dass eurer Ansicht nach durchaus denkbar oder völlig unmöglich ist.

Machen Online-Spiele hirntot – oder die Frage “Muss ich meiner Ex-Frau in Second Life Unterhalt bezahlen?”

Die Trennung zwischen realem Leben und virtuellem Zweitleben ist mittlerweile nicht mehr so einfach. Die einen geben in ihren Avatar-Profilen in Second Life an, dass sie reales und virtuelles Leben strikt trennen. Ein beliebter Spruch in den Profilen vieler Avatare lautet: “SL is SL and RL is RL.” Oft halten sie sich aber nicht wirklich daran, da sie in Gesprächen und Interaktionen doch viele Dinge preisgeben – bewusst oder unbewusst – durch die man Rückschlüsse auch auf ihr reales Leben ziehen kann. Anderen ist klar, dass die Avatare von Menschen gesteuert werden und deshalb zunehmend eine Auflösung der Grenzen zwischen realem Leben und Second-Life-Charakteren stattfindet. Während die einen davon sprechen, Second Life zu spielen, weisen andere das weit von sich. Für sie ist Second Life kein Spiel, sondern eine phantasiereichere 3D-Fortführung von virtuellen sozialen Netzwerken und Kommunikationsplattformen wie Facebook, Twitter, Xing etc.

Wie schnell und kurios sich reales und virtuelles Zweitleben vermengen und SL-Probleme zu RL-Problemen und umgekehrt werden, zeigt eine verzweifelt klingende Frage eines Second-Life-Nutzers in der Ratgeber-Community gutefrage.net: “Ich spiele gerne Second Life und habe mir einen tollen Avatar gebaut und nun will meine Ex in Second Life ganz viele Linden-Dollars von mir haben. Kann ich das Ignorieren oder muss ich damit rechnen, das mein Account gesperrt wird, weil ich keinen Unterhalt bezahlen will? Ich habe bisher schon 100 € an meine SL-Ex überwiesen. Die gibt aber keine Ruhe. Was kann ich nur machen? Oder kennt jemand einen guten Anwalt in Second Life? Danke für eine Antwort.”

Die Antworten auf die Frage des Nutzers fielen sehr unterschiedlich aus: “Online-Games machen hirntot”, war die erste charmante Antwort. Andere wussten nicht so genau, ob sie mit dieser Frage hinters Licht geführt werden sollten. “Das ist ein Scherz oder? Da hat dich deine “Ex” wohl ganz schön verarscht. Warum solltest du in einem Spiel Unterhalt zahlen müssen? Nein, garantiert nicht”, war die Antwort eines Nutzers. Andere (Männer) solidarisierten sich mit dem empörten Fragesteller und gaben weise Ratschläge wie “Alter, zahl der keinen Cent! Brief an den Support über die Situation und IHR Account wird gesperrt. Das ist Erpressung und Abzocke! Lass dich nicht verarschen, Junge!”

Ich bin dafür, das Bürgerliche Gesetzbuch den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen und Fragen zu Unterhalt und Sorgerecht für SL-Kinder und SL-Haustiere etc. in Form von Düsseldorfer Tabellen etc. klar zu regeln. Noch besser ist es, vor dem Schritt vor den Traualtar alles in einem SL-Ehevertrag zu regeln. Anwaltlicher Beistand in solchen Fragen ist natürlich unerlässlich. Also, meine Damen und Herren Juristen, auf ins Second Life und eine schicke Anwaltskanzlei eröffnet.